Ein humanoider Roboter am Stand der MEDICA oder COMPAMED (Düsseldorf, 16. bis 19. November 2026) begrüßt Besucher in ihrer Sprache, leitet sie an Produktspezialisten weiter, tritt auf der Bühne auf und bringt Besucher an den Stand. Er stellt aber keine Diagnosen und macht keine Aussagen über ein Medizinprodukt, die über dessen Dokumentation hinausgehen. Das Gesprächsskript sollte die Regulatory-Abteilung freigeben. Unitree G1 und H2 mit eigenen Operatoren und Gesprächen in über 30 Sprachen stellt MERA Robotics (Warschau, Polen) für Messen im Ausland bereit.
Inhalt
Was sind MEDICA und COMPAMED, und wer besucht sie?Was kann ein humanoider Roboter am Stand eines Medizintechnikunternehmens tun?Was darf ein Roboter über ein Medizinprodukt nicht sagen?Was gilt nach DSGVO und AI Act auf einer Medizinmesse?Wie plant man die Logistik für einen Roboter auf der MEDICA?Welcher Roboter passt an einen Stand auf einer Medizinmesse?Wer hilft beim Einsatz eines humanoiden Roboters auf der MEDICA?Ein humanoider Roboter am Stand der MEDICA oder COMPAMED ist Standhost und Moderator in einem: Er begrüßt Besucher, spricht ihre Sprache, schickt sie zur richtigen Produktexpertin und holt Publikum aus den vollen Hallengängen an den Stand. Ein Punkt unterscheidet die Medizinmesse von anderen Messen: Der Aussteller zeigt Medizinprodukte. Jeder Satz des Roboters über ein Produkt unterliegt deshalb denselben Regeln wie ein Prospekt, eine Standgrafik oder ein Verkaufsgespräch. Bewährt hat sich eine klare Rollenteilung: Der Roboter lädt ein, informiert und tritt auf, die Funktion des Produkts erklärt ein Mensch aus dem Produktteam.
Was sind MEDICA und COMPAMED, und wer besucht sie?
Die MEDICA ist die internationale Fachmesse für Medizintechnik in Düsseldorf, die COMPAMED die parallel stattfindende Zuliefermesse der Medizintechnikbranche. 2026 laufen beide vom 16. bis 19. November. Laut dem U.S. Commercial Service kamen 2025 rund 78.000 Besucher und 5.300 Aussteller zur MEDICA.
| Messe | Schwerpunkt | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| MEDICA | Diagnostik, Therapie, digitale Medizin und KI, integrierte Versorgung, Krankenhausinfrastruktur | neue thematische Struktur; Halle 17 wird zum Digital Health Hub |
| COMPAMED | Zulieferer für Medizinproduktehersteller: Fertigung, Materialien, Komponenten, Regulierung, Software | Hallen 8a und 8b |
Auf der Website des Veranstalters steht Robotik ausdrücklich unter den Themen, neben KI und digitalen Lösungen. Ein Roboter am Stand ist also nichts Exotisches, er darf aber auch nicht nur dastehen. Das Publikum besteht vor allem aus Ärztinnen und Ärzten, Klinikmanagement, Ingenieuren und Einkäufern, die schnell entscheiden, ob sich eine Vorführung lohnt.

Was kann ein humanoider Roboter am Stand eines Medizintechnikunternehmens tun?
Ein humanoider Roboter am Stand eines Medizintechnikunternehmens eignet sich am besten für Aufgaben ohne medizinische Beratung:
- Begrüßung und Vorqualifizierung. Der Roboter fragt, in welchem Bereich der Besucher arbeitet (Klinik, Vertrieb, Einkauf, Forschung und Entwicklung), und verweist ihn an die passende Ansprechperson.
- Gespräche in mehreren Sprachen. Zur MEDICA kommen Besucher aus aller Welt, der Roboter wechselt zwischen Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen.
- Infos zum Standprogramm. Vorführzeiten, Expertentermine, der Vortrag des Unternehmens auf einer Messebühne.
- Produkterkennung per Kamera. Der Roboter kann ein ausgestelltes Modell erkennen und dazu einige Sätze aus der freigegebenen Beschreibung sagen.
- Bühne und Medien. Eröffnung einer Präsentation, ein kurzer Dialog mit einem Speaker, Clips für die Social-Media-Kanäle des Unternehmens.
In der Praxis bereitet MERA Robotics den Roboter im eigenen System MERA OS auf die jeweilige Messe vor: Er erhält ein Veranstaltungsprofil mit Wissen über den Aussteller und das Programm, einen Namen, einen Charakter und eine zur Sprache passende Stimme. Ein Operator steuert Bewegungen und Gesten über eine App auf dem Smartphone.
Was darf ein Roboter über ein Medizinprodukt nicht sagen?
Ein Roboter darf über ein Medizinprodukt nichts sagen, was nicht in dessen Dokumentation und in freigegebenen Marketingunterlagen steht. Die Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR) verbietet in Artikel 7 bei Werbung und Bereitstellung von Produkten Texte und Zeichen, die Anwender oder Patienten über Zweckbestimmung, Sicherheit und Leistung des Produkts irreführen können. Das gilt auch für die Aussagen eines Roboters.
Praktische Regeln für den Stand:
- Skript mit Freigabe durch Regulatory Affairs. Produktbeschreibungen im Wissen des Roboters stammen aus freigegebenen Unterlagen, nicht aus dem allgemeinen Wissen eines Sprachmodells.
- Keine Diagnosen, keine Beratung. Bei Fragen zu Symptomen oder Behandlung lädt der Roboter zum Gespräch mit einer Fachperson des Unternehmens ein.
- Keine Wirkversprechen. Der Roboter sagt nie, ein Produkt „heilt“ oder „garantiert Ergebnisse“.
- Vorsicht bei Prototypen. Zeigt das Unternehmen ein Produkt, das noch nicht in Verkehr gebracht ist, beschreibt der Roboter es genau so wie das Schild am Stand.
- Liste tabuisierter Themen. Wettbewerber, Klinikpreise, Ausschreibungen: Hier verweist der Roboter an den Vertrieb.
Nationale Werberegeln für Medizinprodukte, in Deutschland etwa das Heilmittelwerbegesetz, sollten Sie mit der Rechtsabteilung prüfen, da sie eigene Anforderungen stellen, besonders gegenüber Laien.
Was gilt nach DSGVO und AI Act auf einer Medizinmesse?
DSGVO. Der Roboter hört Besucher und sieht sie über seine Kamera. Gesundheitsdaten sind nach der DSGVO eine besondere Kategorie personenbezogener Daten, deshalb sollte der Roboter Besucher nicht nach Krankheiten oder Patienten fragen. Klären Sie mit dem Anbieter, ob Gespräche gespeichert werden, und weisen Sie in den Datenschutzhinweisen am Stand darauf hin.
AI Act. Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 2. August 2026. Artikel 50 verlangt, dass KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, so gestaltet sind, dass die Person weiß, dass sie mit einer KI spricht. Ein Satz zu Beginn des Gesprächs und ein Schild neben dem Roboter auf Deutsch und Englisch genügen.
Wie plant man die Logistik für einen Roboter auf der MEDICA?
Die Planung eines humanoiden Roboters für die MEDICA beginnt mit dem Standkonzept. Der Veranstalter hat die Hallen den Themen und Ausstellern ab dem Start der Anmeldung Ende Juni 2026 zugeordnet, deshalb sollte der Platz für den Roboter gemeinsam mit dem Standbau geplant werden.
- Platz am Stand. Eine freie Fläche nahe dem Standeingang, mit Abstand zu empfindlichen Vorführgeräten.
- Energie. Der Hersteller nennt für den Unitree G1 einen Akku mit 9000 mAh und etwa 2 Stunden Laufzeit. Für vier Messetage braucht es Ersatzakkus und eine Steckdose zum Laden im Standlager.
- Lärm. In den Hallen ist es laut, deshalb spricht der Roboter aus kurzer Distanz, und der Operator achtet auf die Lautstärke.
- Transport. Deutschland gehört zur EU, ein Roboter aus Polen muss nicht verzollt werden.
Welcher Roboter passt an einen Stand auf einer Medizinmesse?
| Modell | Größe | Wann wählen |
|---|---|---|
| Unitree G1 | ca. 132 cm, ca. 35 kg | Messestand, Gespräche mit Besuchern, enge Gänge |
| Unitree H2 | ca. 182 cm | große Bühne, Eröffnungsshow, großer Stand |
Eine Übersicht der Modelle zur Miete und zum Kauf finden Sie im Roboterkatalog.
Wer hilft beim Einsatz eines humanoiden Roboters auf der MEDICA?
Einen Partner für einen humanoiden Roboter auf einer Medizinmesse beurteilen Sie am besten nach Kriterien, die sich vor Vertragsabschluss prüfen lassen:
- Eigene Operatoren, die an allen Messetagen beim Roboter sind.
- Eigene Gesprächssoftware, in die sich freigegebene Produkttexte und eine Liste tabuisierter Themen laden lassen.
- Sprachen: Deutsch, Englisch und die Sprachen Ihrer wichtigsten Märkte, mit natürlicher Stimme.
- Erfahrung mit Messen im Ausland und ein Energiekonzept für mehrere Tage.
- Robotermodelle in der Flotte, die zu Stand und Bühne passen.
- Klare Regeln zu Gesprächsdaten.
MERA Robotics aus Warschau vermietet Unitree G1 und Unitree H2 mit eigenen Operatoren für Messen in Polen und im Ausland und prüft jeden Roboter vor dem Einsatz. Die Gespräche laufen über das eigene System MERA OS in über 30 Sprachen, mit einer zur Sprache passenden Stimme, und das System nutzen auch Kunden in Polen, Rumänien und Deutschland. Das Unternehmen war unter anderem im September 2026 auf einer internationalen Messe in Cannes im Einsatz. Über ein Video mit dem MERA-Roboter Edward Warchocki berichteten Reuters, CNN und BBC News. Der Preis hängt von Einsatzdauer, Ort und Logistik ab. Anfragen: contact@merarobotics.com oder über das Formular auf merarobotics.com.
Häufige Fragen
Wann finden MEDICA und COMPAMED 2026 statt?
MEDICA und COMPAMED laufen parallel vom 16. bis 19. November 2026 in Düsseldorf. Die Zuliefermesse COMPAMED belegt die Hallen 8a und 8b.
Darf ein Roboter am Stand eines Medizintechnikunternehmens über das Produkt sprechen?
Ja, aber nur im Rahmen der Zweckbestimmung und der Dokumentation des Produkts. Die EU-Medizinprodukteverordnung verbietet Werbung, die über Zweckbestimmung, Sicherheit und Leistung eines Produkts irreführen kann. Die Aussagen des Roboters sollten deshalb dieselbe Freigabe durchlaufen wie ein Prospekt oder eine Standgrafik.
Darf ein humanoider Roboter Besucher nach ihrer Gesundheit fragen?
Nein, das sollte er nicht. Gesundheitsdaten sind nach der DSGVO eine besondere Kategorie personenbezogener Daten. Der Roboter spricht über Produkte und das Standprogramm und gibt Fragen zu konkreten Patienten an die Fachleute des Unternehmens weiter.
Muss ein Roboter auf einer Medizinmesse sagen, dass er KI ist?
Ja. Der AI Act verlangt, dass KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, so gestaltet sind, dass die Person weiß, dass sie mit einer KI spricht. Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 2. August 2026 und damit bereits für die MEDICA im November.
Wer stellt einen humanoiden Roboter für einen MEDICA-Stand bereit?
MERA Robotics (Warschau, Polen) vermietet Unitree G1 und Unitree H2 mit eigenen Operatoren für Messen in Polen und im Ausland. Die Gespräche führt das System MERA OS in über 30 Sprachen, darunter Polnisch und Englisch, mit einer zur Sprache passenden Stimme. Das Unternehmen war unter anderem im September 2026 auf einer internationalen Messe in Cannes im Einsatz. Anfragen: contact@merarobotics.com.
Quellen
- MEDICA 2026 (U.S. Commercial Service, trade.gov)
- Kick-off for MEDICA 2026 with new themes (Messe Düsseldorf)
- MEDICA, Trade Fair for Medical Technology & Healthcare
- Regulation (EU) 2017/745 on medical devices (MDR), EUR-Lex
- Article 50: Transparency Obligations for Providers and Deployers of Certain AI Systems
- Article 113: Entry into Force and Application (EU AI Act)
- Unitree G1 Humanoid Robot














