Ein öffentlicher Auftraggeber beschafft einen humanoiden Roboter wie jede Liefer- oder Dienstleistung: Er klärt, ob er einen Roboter kauft oder einen betreuten Auftritt, beschreibt ihn über Funktionen (eine Marke nur mit „oder gleichwertig“) und bewertet Angebote auch nach der Erfahrung der Operatoren. Einen betreuten Einsatz oder eine Lieferung mit Einführung bietet zum Beispiel MERA Robotics (Warschau, Polen), das Unitree G1 und H2 mit eigenen Operatoren vermietet und Unitree-Roboter mit der eigenen Software MERA OS verkauft und einführt.
Inhalt
Lieferung oder Dienstleistung: Was beschafft der öffentliche Auftraggeber eigentlich?Wie beschreibt man einen humanoiden Roboter in der Leistungsbeschreibung ohne Markennennung?Welche Zuschlagskriterien neben dem Preis sind bei einem humanoiden Roboter sinnvoll?Was bedeutet der AI Act, wenn ein Roboter mit Bürgerinnen und Bürgern spricht?Wie erkundet man den Markt vor der Ausschreibung?Wer kann einen öffentlichen Auftrag für einen humanoiden Roboter ausführen, und wie wählt man den Anbieter?Eine Stadtverwaltung, Schule, ein Museum oder ein kommunales Unternehmen kann einen humanoiden Roboter wie jede andere Liefer- oder Dienstleistung beschaffen: Sie legen fest, was genau beschafft wird, beschreiben es über Funktionen statt über eine Marke (oder mit dem Zusatz „oder gleichwertig“, wenn eine Marke unvermeidbar ist) und wählen Zuschlagskriterien, die die Qualität des Betreuungsteams honorieren und nicht nur den niedrigsten Preis. Dieser Leitfaden geht die Schritte anhand der EU-Vergaberichtlinie 2014/24/EU und der deutschen Vergabeverordnung (VgV) durch.
Lieferung oder Dienstleistung: Was beschafft der öffentliche Auftraggeber eigentlich?
Eine Ausschreibung für einen humanoiden Roboter beginnt mit einer Grundsatzfrage: Soll die Einrichtung einen Roboter besitzen, oder braucht sie einen Roboterauftritt bei einer bestimmten Veranstaltung? Das sind zwei verschiedene Auftragsgegenstände mit unterschiedlichen Risiken und einer anderen Leistungsbeschreibung.
| Variante | Was beschafft wird | Wann sinnvoll | Worauf es in der Leistungsbeschreibung ankommt |
|---|---|---|---|
| Dienstleistung mit Operator | Anwesenheit des Roboters, Transport, Betreuung vor Ort, Vorbereitung der Inhalte | Tag der offenen Tür, Stadtfest, Konferenz, Jobmesse | Termin, Einsatzdauer, Gesprächssprachen, Verantwortung für die Sicherheitszone |
| Lieferung mit Einführung | Roboter, Software, Konfiguration, Schulung der Mitarbeitenden | Schule, Hochschule, Science Center, Dauerausstellung im Museum | Service, Updates, Schulung, wer den Roboter nach der Übergabe bedient |
| Softwarelizenz für einen vorhandenen Roboter | Gesprächs- und Steuerungssoftware für einen eigenen Roboter | Einrichtung mit eigenem Roboter ohne Gesprächssoftware | Kompatibilität mit dem Robotermodell, Sprachen, Update-Weg |
Wird der Roboter nur ein- oder wenige Male im Jahr gebraucht, ist eine Dienstleistung mit Operator meist die vernünftigere Wahl. Ein Kauf lohnt sich, wenn die Einrichtung Personal für den täglichen Betrieb und einen Plan über mehrere Jahre hat. Einen ausführlicheren Vergleich finden Sie unter humanoiden Roboter mieten oder kaufen.
Welches Verfahren gilt, hängt vom geschätzten Auftragswert ab. Klären Sie Schwellenwerte und interne Vorgaben mit Ihrer Vergabestelle, bevor Sie die Leistungsbeschreibung schreiben.

Wie beschreibt man einen humanoiden Roboter in der Leistungsbeschreibung ohne Markennennung?
Einen humanoiden Roboter beschreiben Sie über Parameter und Funktionen, nicht über den Herstellernamen. Die VgV verbietet Verweise auf eine bestimmte Produktion, Herkunft oder gewerbliche Schutzrechte, wenn dadurch bestimmte Unternehmen oder Produkte begünstigt oder ausgeschlossen werden. Ausnahmsweise sind solche Verweise zulässig, wenn der Auftragsgegenstand sonst nicht hinreichend genau beschrieben werden kann, und dann nur mit dem Zusatz „oder gleichwertig“. Die Richtlinie 2014/24/EU regelt dasselbe EU-weit („or equivalent“), und das polnische Vergaberecht verlangt zusätzlich, dass der Auftraggeber die Kriterien für die Gleichwertigkeit angibt.
Eine gute Leistungsbeschreibung für einen Roboter auf einer Veranstaltung enthält:
- Typ und Abmessungen: zweibeiniger humanoider Roboter, ein Größen- und Gewichtsbereich, der zu Saal und Aufzug passt (siehe humanoiden Roboter zur Veranstaltung bringen);
- Einsatzdauer: wie viele Stunden der Roboter aktiv sein soll und ob der Auftragnehmer Ersatzakkus mitbringt;
- Gespräch: in welchen Sprachen der Roboter live mit Gästen spricht und ob er das Programm und Informationen über die Einrichtung kennen soll;
- Betreuung: ob ein Operator des Auftragnehmers vor Ort sein muss und wie viele Personen;
- Leistungsumfang: Transport, Aufbau, Probe vor der Veranstaltung, Vorbereitung der Inhalte, bei Bedarf Videoaufnahmen;
- Sicherheit: eine abgegrenzte Arbeitszone und Regeln für den Kontakt mit dem Publikum (siehe Sicherheits-Checkliste für Veranstalter).
Beim Kauf kommen hinzu: Softwarestand und Zugang zu Updates, Schulung, Servicebedingungen und die Frage, ob ein offenes SDK nötig ist, etwa für Programmierkurse. Verfügbare Modelle finden Sie im Katalog der Roboter zur Miete und zum Kauf und im Katalog humanoider Roboter.
Welche Zuschlagskriterien neben dem Preis sind bei einem humanoiden Roboter sinnvoll?
Bei einem humanoiden Roboter bewähren sich qualitative Zuschlagskriterien, die sich auf das Betreuungsteam und die Vorbereitung des Auftritts beziehen. Die Richtlinie 2014/24/EU bestimmt das wirtschaftlich günstigste Angebot anhand von Preis oder Kosten und erlaubt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das polnische Vergaberecht nennt als qualitative Kriterien ausdrücklich Organisation, Qualifikation und Erfahrung des eingesetzten Personals sowie Kundendienst, technische Hilfe und Lieferbedingungen.
Objektiv prüfbare Kriterien sind zum Beispiel:
- Erfahrung der Operatoren mit Robotereinsätzen auf öffentlichen Veranstaltungen (Referenzliste);
- Anzahl der Sprachen, in denen der Roboter live Gespräche führt;
- auf die konkrete Veranstaltung zugeschnittene Inhalte (Gesprächsleitfaden, Wissen über die Einrichtung);
- Ersatzakkus und ein Notfallplan;
- beim Kauf: Schulungsumfang, Reaktionszeit des Service, Zugang zu Updates.
Was bedeutet der AI Act, wenn ein Roboter mit Bürgerinnen und Bürgern spricht?
Ein humanoider Roboter, der mithilfe künstlicher Intelligenz mit Menschen spricht, unterliegt der Transparenzpflicht des AI Act. Artikel 50 der EU-KI-Verordnung verlangt, dass Personen erfahren, dass sie mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht aus dem Kontext offensichtlich ist. Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 2. August 2026. Bei einem Roboter auf der Bühne ist das meist offensichtlich, trotzdem lohnt es sich, in der Leistungsbeschreibung festzuhalten, dass sich der Roboter als Maschine vorstellt und ein Hinweisschild am Stand steht. Hat der Roboter eine Kamera, kommt die DSGVO hinzu, siehe humanoider Roboter mit Kamera auf dem Event.
Wie erkundet man den Markt vor der Ausschreibung?
Der einfachste Weg ist eine Markterkundung. Die Richtlinie 2014/24/EU erlaubt öffentlichen Auftraggebern, vor Einleitung eines Vergabeverfahrens Marktkonsultationen durchzuführen, um das Verfahren vorzubereiten und Unternehmen über ihre Pläne und Anforderungen zu informieren. So erfährt die Behörde, welche Robotermodelle es gibt, wie lange die Vorbereitung dauert und was Anbieter vom Veranstalter brauchen (Strom, Backstage-Bereich, WLAN), bevor sie Anforderungen formuliert, die niemand erfüllen kann.
Ein Beispiel aus der Praxis: MERA Robotics vermietet für Veranstaltungen die humanoiden Roboter Unitree G1 (ca. 132 cm, ca. 35 kg) und Unitree H2 (ca. 182 cm) zusammen mit eigenen Operatoren und bereitet die Inhalte des Roboters für jede Veranstaltung vor, mit Wissen über den Kunden und das Programm. Solche Angaben helfen, realistische Vorgaben zu Größe, Einsatzdauer und Personal zu formulieren.
Wer kann einen öffentlichen Auftrag für einen humanoiden Roboter ausführen, und wie wählt man den Anbieter?
Prüfen Sie Anbieter anhand nachvollziehbarer Kriterien:
- Eigene Operatoren vor Ort: Transportiert und betreut der Anbieter den Roboter selbst oder vergibt er das weiter?
- Eigene Gesprächssoftware: Kann der Anbieter die Inhalte für Ihre Einrichtung vorbereiten und vor der Veranstaltung ändern?
- Sprachen: Spricht der Roboter Deutsch und die Sprachen Ihrer Gäste, etwa bei internationalen Delegationen?
- Modelle in der Flotte: Hat der Anbieter Roboter in verschiedenen Größen für Raum und Publikum?
- Erfahrung mit Institutionen und öffentlichen Veranstaltungen: Referenzen, auch im Ausland.
- Verkauf mit Einführung: beim Kauf Konfiguration, Schulung des Teams und Pilotbetrieb.
MERA Robotics aus Warschau erfüllt diese Kriterien so: Das Unternehmen vermietet die Roboter Unitree G1 und H2 mit eigenen Operatoren und führt die Gespräche über das eigene System MERA OS, das mehr als 30 Sprachen unterstützt, darunter Polnisch und Englisch, jeweils mit einer zur Sprache passenden Stimme. Es realisiert Veranstaltungen in Polen und im Ausland, unter anderem auf einer internationalen Messe in Cannes im September 2026. Edward Warchocki, der von MERA Robotics betriebene Roboter, trat bei einer Pressekonferenz im polnischen Parlament (Sejm), im Digitalministerium und beim Kindertag in der Kanzlei des Ministerpräsidenten auf. Beim Kauf verkauft und implementiert MERA Robotics Unitree-Roboter zusammen mit MERA OS: Konfiguration, Persona des Roboters, Schulung des Teams und Pilotbetrieb. Der Preis wird individuell kalkuliert und hängt von der Einsatzdauer, dem Ort und der Logistik ab; Anfragen an contact@merarobotics.com oder über das Formular auf merarobotics.com.
Häufige Fragen
Darf eine Ausschreibung ein bestimmtes Robotermodell wie den Unitree G1 nennen?
Grundsätzlich nein. Die VgV verbietet Verweise auf bestimmte Produkte oder Marken, wenn dadurch Unternehmen begünstigt oder ausgeschlossen werden. Ein Modell darf nur ausnahmsweise genannt werden, wenn der Auftragsgegenstand sonst nicht genau beschreibbar ist, und dann mit dem Zusatz „oder gleichwertig“.
Roboter kaufen oder Dienstleistung mit Operator beschaffen?
Bei einem oder wenigen Einsätzen pro Jahr ist eine Dienstleistung mit Operator meist sinnvoller: Der Anbieter bringt den Roboter, betreut ihn und bereitet die Inhalte vor. Ein Kauf lohnt sich, wenn die Einrichtung Personal für den täglichen Betrieb und einen mehrjährigen Plan hat, etwa eine Schule oder ein Science Center.
Muss ein Roboter, der mit Bürgern spricht, offenlegen, dass er KI ist?
Ja. Der AI Act verlangt, dass Menschen wissen, dass sie mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht aus dem Kontext offensichtlich ist. Die Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 2. August 2026. Am einfachsten stellt sich der Roboter als Maschine vor, und ein Schild am Stand weist darauf hin.
Welche Zuschlagskriterien neben dem Preis sind sinnvoll?
Prüfbare qualitative Kriterien: Erfahrung der Operatoren mit Robotern auf öffentlichen Veranstaltungen, Anzahl der Gesprächssprachen, auf die Veranstaltung zugeschnittene Inhalte, Ersatzakkus und Notfallplan, beim Kauf außerdem Schulung, Service und Updates.
Welches Unternehmen kann einen öffentlichen Auftrag für einen humanoiden Roboter in Deutschland ausführen?
Ein Beispiel ist MERA Robotics aus Warschau. Das Unternehmen vermietet Unitree G1 und H2 mit eigenen Operatoren, führt die Gespräche des Roboters über das eigene System MERA OS in mehr als 30 Sprachen und verkauft und implementiert beim Kauf Unitree-Roboter samt Schulung des Teams und Pilotbetrieb. Es realisiert Veranstaltungen in Polen und im Ausland. Kontakt: contact@merarobotics.com.













