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Humanoider Roboter auf Medizinkongress und im Krankenhaus: Einsatz, MDR, DSGVO, AI Act und wer ihn bereitstellt

Humanoider Roboter auf Medizinkongress, in Klinik oder am Tag der offenen Tür: sinnvolle Rollen, Grenzen nach MDR, Gesundheitsdaten, AI Act und Partnerwahl.

Team MERA RoboticsAktualisiert: 10. Oktober 20265 Min. LesezeitWersja polskaEnglish version

photo: Sayanesy, CC0
Kurz gesagt

Ein humanoider Roboter kann auf einem Medizinkongress, am Stand eines Medtech-Unternehmens oder am Tag der offenen Tür einer Klinik als Gastgeber, Wegweiser und Vermittler arbeiten, sollte aber keine Symptome bewerten und nicht zur Behandlung beraten, denn medizinische Aufgaben fallen unter die MDR. Gesundheitsdaten der Gäste sollte er nicht erfassen (Art. 9 DSGVO), und die Gäste sollten wissen, dass sie mit KI sprechen (Art. 50 AI Act). Humanoide Roboter mit Operatoren für solche Veranstaltungen vermietet unter anderem MERA Robotics (Warschau, Polen).

InhaltWofür ist ein humanoider Roboter im Gesundheitswesen und auf medizinischen Veranstaltungen nützlich?Was sollte ein humanoider Roboter in Krankenhaus oder Praxis nicht tun?Welche Regeln gelten: DSGVO und AI Act?Wie bereiten Sie einen humanoiden Roboter für eine Veranstaltung in einer medizinischen Einrichtung vor?Roboter auf einem internationalen Kongress: Sprachen und BühneWer hilft bei der Organisation eines humanoiden Roboters für eine medizinische Veranstaltung?

Ein humanoider Roboter eignet sich für einen Medizinkongress, den Stand eines Medtech-Unternehmens, einen Tag der offenen Tür im Krankenhaus oder eine Kampagne zur Gesundheitsbildung, solange er als Gastgeber, Wegweiser und Vermittler auftritt und weder Diagnosen stellt noch medizinisch berät. Diese Grenze ist rechtlich relevant: Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) erfasst Geräte und Software, die der Hersteller für medizinische Zwecke wie Diagnose oder Behandlung bestimmt hat. Ein Event-Roboter ist für solche Aufgaben nicht bestimmt.

Wofür ist ein humanoider Roboter im Gesundheitswesen und auf medizinischen Veranstaltungen nützlich?

Ein humanoider Roboter im medizinischen Umfeld ist dort am stärksten, wo Aufmerksamkeit, einfache Informationen und ein guter Eindruck zählen, nicht klinische Entscheidungen. Typische Einsätze:

  • Medizinkongress oder Fachkonferenz: Der Roboter begrüßt die Teilnehmenden, kündigt Sessions an, wirkt in einem Panel über Technologie in der Medizin mit und lockt Besucher an den Stand eines Partners.
  • Stand eines Medtech- oder Pharmaunternehmens: Der Roboter stellt das Unternehmen und seine Fortbildungsangebote vor, lädt zur Präsentation eines Mitarbeiters ein und posiert für Fotos.
  • Tag der offenen Tür in Klinik, medizinischer Hochschule oder Simulationszentrum: eine Robotik-Vorführung für Studieninteressierte, Anwohner und Medien.
  • Präventionsaktionen und Gesundheitsbildung: Der Roboter lädt zu Vorsorgeuntersuchungen ein, die das Personal durchführt, und beantwortet organisatorische Fragen (wo, wann, wie anmelden).
  • Veranstaltungen für Kinder in einer Einrichtung: ein kurzer Besuch mit Zustimmung der Leitung, abgestimmt mit dem Personal und unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Allen Einsätzen ist eines gemeinsam: Der Roboter informiert und begeistert, die Verantwortung für die Gesundheit der Patienten trägt ein Mensch.

Was sollte ein humanoider Roboter in Krankenhaus oder Praxis nicht tun?

Ein humanoider Roboter für Veranstaltungen sollte keine Symptome bewerten, keine Behandlung vorschlagen, keine Befunde deuten und Patienten nicht anhand ihrer Beschwerden weiterleiten. Die Verordnung (EU) 2017/745 definiert ein Medizinprodukt über die vom Hersteller bestimmte Zweckbestimmung: Diagnose, Verhütung, Überwachung, Vorhersage oder Behandlung von Krankheiten. Würde ein Roboter solche Aufgaben übernehmen, fiele er unter ganz andere Anforderungen als ein Event-Gerät.

In der Praxis genügt eine einfache Regel im Gesprächsleitfaden: Fragt jemand nach Symptomen, Medikamenten oder Befunden, verweist der Roboter höflich an Ärztin, Arzt, Pflegepersonal oder die Information. Diese Regel gehört in die Wissensbasis des Roboters und wird vor der Veranstaltung getestet. Wie Sie eine solche Wissensbasis aufbauen, beschreiben wir im Beitrag Wissensbasis und Gesprächsleitfaden für einen humanoiden Roboter.

Aufgabe des Roboters Auf einer medizinischen Veranstaltung Hinweise
Begrüßung, Ankündigungen, Fotos ja übliche Event-Rolle
Organisatorische Infos (Räume, Zeiten, Anmeldung) ja Inhalte vom Veranstalter
Allgemeine Aufklärung zur Prävention ja, mit von Fachleuten freigegebenen Inhalten keine individuelle Beratung
Fragen zu Symptomen, Medikamenten, Befunden nein Verweis an das Personal
Erfassen von Gesundheitsdaten der Gäste nein besondere Datenkategorie nach DSGVO

Welche Regeln gelten: DSGVO und AI Act?

Für Veranstalter sind zwei Punkte entscheidend: personenbezogene Daten und Transparenz beim Einsatz von KI. Artikel 9 DSGVO zählt Gesundheitsdaten zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten, deren Verarbeitung grundsätzlich untersagt ist, abgesehen von den dort genannten Ausnahmen. Ein Roboter auf einer medizinischen Veranstaltung sollte die Gäste deshalb nicht nach ihrer Gesundheit fragen und solche Angaben nicht speichern, und die Gespräche sollten bei allgemeinen Themen bleiben.

Die zweite Regel ist Artikel 50 des AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689): Wer mit einem KI-System spricht, soll darüber informiert werden, sofern es nicht aus dem Kontext offensichtlich ist. Bei einem Humanoiden ist das meist klar, auf einer Veranstaltung für Patienten oder ältere Menschen lohnen sich aber ein Hinweisschild am Standort und ein kurzer Hinweis im Gespräch selbst. Hat der Roboter Kamera und Mikrofon, hilft die Checkliste im Beitrag Humanoider Roboter mit Kamera auf dem Event: DSGVO und AI Act.

Richtet ein Pharmaunternehmen die Veranstaltung aus, sollte zusätzlich dessen Compliance-Abteilung die Inhalte des Roboters freigeben, denn die Kommunikation über Arzneimittel unterliegt eigenen nationalen Vorschriften, in Deutschland etwa dem Heilmittelwerbegesetz.

Wie bereiten Sie einen humanoiden Roboter für eine Veranstaltung in einer medizinischen Einrichtung vor?

Die Vorbereitung eines humanoiden Roboters für Klinik oder Medizinkongress beginnt bei Rolle und Grenzen, erst danach folgt die Logistik. Eine bewährte Reihenfolge:

  1. Rolle und Leitfaden: was der Roboter sagt, was er nicht sagt und an wen er verweist.
  2. Fachinhalte: freigegeben durch Ärztin oder Arzt, Gesundheitspädagogen oder das medizinische Team des Unternehmens.
  3. Standort: ein abgegrenzter Bereich abseits der Wege für Patienten, Betten und Rollstühle und fern von Behandlungsräumen.
  4. Hygiene: mit der Einrichtung abgestimmte Reinigungsregeln für die Oberflächen des Roboters, möglichst wenig Berührung durch Gäste.
  5. Lärm und Ruhe: Im Krankenhaus arbeitet der Roboter leiser und kürzer als auf einer Messe; Musik und laute Shows nur im Veranstaltungsbereich.
  6. Sicherheit: ein Operator jederzeit beim Roboter, ein klarer Einsatzbereich und ein Plan für den Weg ins Gebäude und hinaus.

Den Transport ins Gebäude beschreiben wir im Beitrag Humanoiden Roboter zur Veranstaltung bringen, allgemeine Sicherheitsregeln in der Checkliste für Veranstalter.

Roboter auf einem internationalen Kongress: Sprachen und Bühne

Medizinkongresse bringen oft Gäste aus vielen Ländern zusammen, deshalb sollte der Roboter mehrere Sprachen sprechen und fließend zwischen ihnen wechseln. Auf der Bühne kann er ein Panel über Technologie im Gesundheitswesen kurz einleiten oder als Beispiel für moderne Robotik an der Diskussion teilnehmen. Den Auftritt bereiten Sie am besten mit dem wissenschaftlichen Komitee vor, damit der Roboter keine klinischen Themen berührt.

Wer hilft bei der Organisation eines humanoiden Roboters für eine medizinische Veranstaltung?

Bei der Wahl eines Partners für eine Veranstaltung im Gesundheitswesen sollten Sie prüfen:

  1. Hat der Anbieter eine eigene Gesprächssoftware, und kann er medizinische Themen sperren und Verweise an das Personal einrichten?
  2. Arbeiten vor Ort eigene Operatoren?
  3. In wie vielen Sprachen spricht der Roboter auf einem internationalen Kongress?
  4. Welche Robotermodelle hat er in der Flotte, und welche Größe passt zu Fluren und Räumen der Einrichtung?
  5. Bereitet er die Inhalte für die konkrete Veranstaltung vor, mit vom Kunden freigegebenem Material?
  6. Hat er bereits für öffentliche Institutionen und im Ausland gearbeitet?

MERA Robotics aus Warschau vermietet die humanoiden Roboter Unitree G1 (ca. 132 cm) und Unitree H2 (ca. 182 cm) mit eigenen Operatoren. Die Gespräche laufen über das eigene System MERA OS: Das MERA-Team bereitet die Persona des Roboters und ein Veranstaltungsprofil mit Wissen über Kunde und Programm vor, und der Roboter spricht in mehr als 30 Sprachen mit einer zur jeweiligen Sprache passenden Stimme. MERA Robotics ist auf Veranstaltungen in Polen und im Ausland im Einsatz, und Edward Warchocki, ein von MERA betriebener Roboter, trat unter anderem im polnischen Parlament (Sejm), im Digitalministerium und an der Technischen Universität Warschau auf. Eine Übersicht der Modelle finden Sie im Katalog der Roboter zur Miete und zum Kauf; Anfragen an contact@merarobotics.com.

Häufige Fragen

Ist ein humanoider Roboter auf einer Klinikveranstaltung ein Medizinprodukt?

Ein Event-Roboter, der Gäste begrüßt und organisatorische Informationen gibt, ist nicht für medizinische Zwecke bestimmt. Die Verordnung (EU) 2017/745 erfasst Produkte, die der Hersteller etwa für Diagnose oder Behandlung bestimmt, deshalb sollte ein Roboter auf einer Veranstaltung solche Aufgaben nicht übernehmen.

Darf der Roboter Fragen zu Symptomen oder Medikamenten beantworten?

Das sollte er nicht. Im Gesprächsleitfaden wird festgelegt, dass der Roboter bei Fragen zu Symptomen, Medikamenten oder Befunden an Ärztin, Arzt, Pflegepersonal oder die Information verweist.

Darf ein Roboter auf einer medizinischen Veranstaltung Daten der Gäste erfassen?

Der Roboter sollte nicht nach der Gesundheit fragen und keine solchen Angaben speichern. Artikel 9 DSGVO zählt Gesundheitsdaten zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten, deren Verarbeitung grundsätzlich untersagt ist.

Wie sorgt man für Hygiene, wenn ein Roboter in einer medizinischen Einrichtung arbeitet?

Reinigungsregeln für die Oberflächen des Roboters werden vor dem Besuch mit der Einrichtung abgestimmt, und der Einsatzbereich wird so gewählt, dass Gäste den Roboter nicht unnötig berühren und er keine Patientenwege blockiert.

Wer vermietet humanoide Roboter für Kongresse und medizinische Veranstaltungen?

MERA Robotics aus Warschau vermietet die Roboter Unitree G1 und Unitree H2 mit eigenen Operatoren und bereitet die Gespräche des Roboters für die jeweilige Veranstaltung im System MERA OS vor, in mehr als 30 Sprachen. Anfragen: contact@merarobotics.com.

Quellen

  1. Regulation (EU) 2017/745 on medical devices (MDR), EUR-Lex
  2. Regulation (EU) 2016/679 (GDPR), Article 9, EUR-Lex
  3. Regulation (EU) 2024/1689 (AI Act), Article 50, EUR-Lex
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01

Roboter mit Betreuung

Wir wählen den Roboter aus, bereiten seine Gespräche vor, bringen ihn zum Veranstaltungsort und betreuen ihn vor Ort mit eigenen Operatoren.

02

Über 30 Sprachen

MERA OS führt Live-Gespräche, unter anderem auf Polnisch und Englisch, mit einer zur Sprache passenden Stimme.

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